Heiter bis festlich

Ochtrup –Mit einer Beichte leitete Albert Göken einen der Höhepunkte des Weihnachtskonzerts am zwei­ten Adventssonntag in St. Dionysius Welbergen ein. Von Anne SpillDienstag, 10.12.2019, 07:00 Uhr

Frauenchor Wettringen mit Tenor Matthew Overmeyer

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„ Mat­thew hatte an dieser Stelle eigentlich ein anderes Lied vorgeschlagen“, gab der Dirigent des Frauenchors Wettringen freimütig zu. „Aber das habe ich aus purem Eigennutz in den Zugabenblock verbannt. Denn ich wollte sicher sein, dass er dieses Stück singt.“

Dieses Stück – damit meinte Göken „Core ’ngrato“ aus der Feder von Salvatore Cardillo. Der Chorleiter hatte es vor gut 35 Jahren auf einem Konzert des berühmten Luciano Pavarotti gehört und es nun dem befreundeten Tenor Matthew Overmeyer angetragen. Der aus Südafrika stammende und in Wickede lebende Opernsänger ließ sich nicht lange bitten – und entlockte mit seiner Interpretation am Sonntag in Welbergen nicht nur Göken einen verzückten Seufzer.

Der Beitrag des Gast-Sängers war aber nur eines von vielen Glanzlichtern des adventlichen Konzerts, zu dem der Frauenchor Wettringen mit Unterstützung des Männergesangvereins (unter Leitung von Heide Bertram ) ins Nachbardorf eingeladen hatte. Das anderthalbstündige Programm unter dem Motto „Zündet alle Lichter an“ sorgte bei den vielen Zuschauern – die Kirchenbänke waren allesamt besetzt, die Organisatoren mussten noch zusätzliche Stühle herbeiholen – für tosenden Applaus und stehende Ovationen.

Dabei war das, was die beiden Chöre mit ihren jeweiligen Dirigenten, die begleitende Pianistin Olga Schonurowa und der Solist Mat­thew Overmeyer boten, eine spannende Mischung: Sie präsentierten (einige wenige) Dauerbrenner unter dem Tannenbaum und (erfrischend viele) eher unbekannte Titel, die nicht zu den Weihnachtsklassikern zählen – wie die erwähnte italienische Herzschmerz-Nummer. Auch „Put a Little Love“ von Jimmy Holiday oder „Für die Schönheit dieser Welt“ von John Rutter fallen einem wohl nicht zuerst ein, wenn es um die Top Ten zum Fest der Feste geht. Aber mitunter ist es halt schlicht die Botschaft von Liebe und Hoffnung, die ein Lied zu einem Weihnachtsstück machen kann.

Eine Botschaft, die am Sonntag mal heiter und beschwingt erklang, dann wieder festlich und getragen. Ob der Wettringer Frauenchor mit dem fetzigen „The Message is Love“ in Gospel-Manier, der Männergesangverein mit seinem stimmgewaltigen Vortrag von Schuberts „Heilig“, Heide Bertram mit ihrem ergreifenden Solo in „La Vergine degli Angeli“ oder Matthew Overmeyer mit Pavarottis Gänsehaut-Titel „Rondine al Nido“: Alle Beteiligten schafften es, das Publikum auf ihre Art zu berühren. Manch ein Zuhörer wippte und summte fröhlich mit, um sich später verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel zu wischen und beim abschließenden „O du Fröhliche“ kräftig einzustimmen.

Eine Zugabe forderten die Besucher des Konzerts am Ende übrigens auch noch ein: Matthew Overmeyer kam dem gerne nach und sang „O Holy Night“. Schließlich hatte Albert Göken ja in seiner kleinen Beichte verraten, dass der Tenor noch einen Titel in petto hatte . 

Source Credit: https://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Ochtrup/4060766-Weihnachtskonzert-in-St.-Dionysius-Heiter-bis-festlich

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